Lebensmittelmotten bekämpfen in 10 Schritten (DIY-Anleitung)

Hast du in deiner Wohnung einen Falter entdeckt? Wenn du zunächst an einen wunderschönen Schmetterling denkst, wirst du meistens enttäuscht. Oftmals handelt es sich um Motten. Diese Insekten können zur echten Plage werden und befallen schnell deine Wohnung – je nach Mottenart zum Beispiel Lebensmittel oder auch Kleidung.

Zwischen Frühling und Herbst schwirren sie in deiner Wohnung umher. Im Winter wirst du sie eher nicht sehen, aber ihre Larven überwintern bis zum nächsten Frühjahr. Daher ist es wichtig, dass du sofort und kontinuierlich etwas dagegen tust. Denn Lebensmittelmotten können deine Essensvorräte verderben und wirken äußerst unappetitlich.

Deshalb findest du in diesem Beitrag zehn Schritte, die dir nützliche Tipps und Tricks geben, um Lebensmittelmotten bekämpfen und auch dauerhaft loswerden zu können.

1. Schritt: Lebensmittelmottenbefall entdecken

Lebensmittelmotten wirst du nicht so einfach wieder los. Sie befallen vorwiegend Backwaren wie etwa Mehl und andere Getreidesorten. Aber auch Nüsse, Haferflocken und Samen, Dörrobst, Tee, Kakao, Schokolade, Hülsenfrüchte sind bei Motten sehr beliebt.

Sie nisten sich in trockene Lebensmittel ein und vermehren sich rasend schnell. Eine einzige weibliche Motte legt bis zu 300 Eier in ihrem Leben. Daraus schlüpfen in kurzer Zeit wieder neue Motten. Nach ca. fünf Tagen sind unzählige Motten herangereift. Wie du siehst, ist kein Ende in Sicht, wenn du dem kein Riegel vorschiebst.

Die Motten und deren Larven sind dabei nicht unbedingt schädlich: Schlimmer ist es, die verunreinigten Lebensmittel mit dem Larvenkot zu verzehren. Denn das kann z.B. durch Kontaminierungen und Verunreinigungen mittels Pilze oder Schimmel zu ernsthaften Erkrankungen führen. Hast du ein Lebensmittel mit Gespinsten oder Motten-Larven entdeckt, solltest du es sofort ausmisten.

Wichtig ist, dass du es nicht sofort in den Müll wirfst: Schütte etwas Essig darauf und warte einige Stunden ab, bevor du es wegwirfst. Andernfalls kann es sein, dass sich die Motten in deiner Mülltonne breitmachen. Damit wirst du die Plage nicht mehr los. Um weiteren Schaden zu vermeiden, solltest du die folgenden Schritte verfolgen.

2. Schritt: Die richtige Mottenart erkennen und unterscheiden

Die Motten, die du in Lebensmitteln entdeckst, gehören zur Familie der Zünsler. Sie sind nicht mit der Kleidermotte verwandt, die als Nachtfalter gelten. Je nach Art sind sie einige Millimeter groß und haben eine

  • braun-weiße,
  • braun-gelbe oder
  • silbrig-weiße

Farbe.

In Deutschland und Europa kommen hauptsächlich drei Arten der Lebensmittelmotten vor:

  • die Dörrobstmotte (Plodia Interpunctella),
  • die Mehlmotte (Ephestia kuehniella)
  • und die Speichermotte (Ephestia elutella)
Lebensmittelmotten bekämpfen: Hier Mehlmotten
Lebensmittelmotten bekämpfen ist nicht leicht: Auf diesem Foto sind Mehlmotten zu sehen (Ephestia kuehniella). Foto @Taborsky / depositphotos

Meist liegt es nicht daran, dass dein Zuhause unsauber oder ungepflegt ist: Oftmals kommen die kleinen Insekten durch Verunreinigungen deiner neu eingekauften Lebensmittel mit zu dir nach Hause. Achte also beim Einkauf darauf, ob du irgendwelche Merkmale erkennen kannst.

Der Unterschied zu Kleidermotten besteht bei Lebensmittelmotten darin, dass sie sich von Lebensmitteln ernähren. Bei einer Kleidermotte handelt es sich um einen Falter, der sich durch deine Kleidung frisst und Löcher verursacht. Hinzu kommt, dass sie strohgelbe Flügel haben, die nicht marmoriert oder gepunktet sind.

Bist du dir nicht sicher, welche Art von Motte du hast, kannst du auch eine Motte einfangen und anhand von Zeichnungen abgleichen. Das macht es einfacher, die Lebensmittelmotten zu bekämpfen.

3. Schritt: Mögliche Brutstätte erkennen

Damit du Lebensmittelmotten bekämpfen und loswerden kannst, solltest du zunächst die Brutstätte finden. Oft sind die Schädlinge in einem Lebensmittelvorrat zu finden. Das können trockene Lebensmittel sein, die bereits geöffnet oder sogar noch verschlossen sind.

Findest du Gespinste, zähe Klumpen oder sogar Larven in deinen Lebensmitteln?

Dann solltest du sie noch am gleichen Tag aus deiner Wohnung verbannen! Wie am Anfang bereits erwähnt ist es aber wichtig, dass du sie nicht sofort in den Müll wirfst. Mit etwas Essig auf den Lebensmitteln für einige Stunden eliminierst du die überlebenden Lebensmittelmotten.

Andernfalls kann es sein, dass sich die Motten in deiner Mülltonne breitmachen. Damit wirst du die Plage noch schwerer los. Der Essig tötet die Larven ab und sorgt für einen neutralen Geruch. Dafür eignet sich weißer Essig oder Essigessenz sehr gut.

Schaue nicht nur bei einer einzigen Verpackung nach, ob du Motten erkennen kannst. Überprüfe deinen gesamten Lebensmittel-Vorrat auf einen Befall der kleinen Schädlinge. Dabei ist es wichtig, dass du erst die geöffneten Lebensmittel-Verpackungen durchsuchst. Danach kannst du die noch verschlossenen Verpackungen absuchen.

Schwierig wird es bei Verpackungen, die nicht durchsichtig sind. Um auf Nummer sicher zu gehen, solltest du alle Verpackungen öffnen und weiter zu den Schritten 4 bis 6 gehen.

4. Schritt: Reinigen der Schränke

Um Lebensmittelmotten zu bekämpfen, solltest du eine große Putzaktion veranstalten. Hole alle deine trockenen Lebensmittel aus den Schränken heraus und lagere sie auf einem Haufen. Danach fängst du an, die Schränke mit einem Staubsauger abzusagen. Dafür eignet sich die kleine Aufsetzdüse sehr gut. Damit kommst du auch bis in die hintersten Ecken.

Denn Mottenlarven verstecken sich gerne in dunklen Ecken und Ritzen, wo sie sich in den nächsten Wochen verpuppen. Sie schlüpfen als Motte und ziehen neue Larven heran. Da du die Motten aber nicht immer in ihren dunklen Verstecken siehst, ist das Saugen eine wertvolle Maßnahme.

Danach nimmst du dir einen Lappen und tauchst ihn in lauwarmes Wasser. Vorher gibst du noch einen Schuss Essig und einen Teelöffel Natron hinzu. Etwas Backpulver ist ebenso wirksam, das zum größten Teil aus Natron besteht. Hast du also kein Natron zur Hand, ist Backpulver ein guter Ersatz. Den nebelfeuchten Lappen benutzt du zur Reinigung der Innen- und Außenflächen der Schränke und Schubladen.

Trockne alles gut ab und schnappe dir einen Fön. Stelle den Fön auf eine geringe Stufe und föne alle Ecken, Ritzen usw. ab. Die Hitze sorgt dafür, dass mögliche Larven getötet werden. Sie bestehen hauptsächlich aus Eiweiß, welches bei Temperaturen von etwa 60 bis 70 °C gerinnt.

5. Schritt: Lebensmittelmotten bekämpfen durch Hitze und Kälte (Larven)

Die Hitze kann dir noch einmal gute Dienste leisten, wenn du auf Nummer sich gehen und deine scheinbar sauberen Lebensmittel nicht wegwerfen möchtest. Dieser Schritt ist etwas zeitaufwendig, lohnt sich aber allemal. Es verhindert, dass Lebensmittel unnötig weggeschmissen werden und schont zudem dein Portemonnaie.

Die geöffneten Lebensmittel breitest du einzeln auf einem Backblech aus und gibst sie für wenige Minuten in den vorgeheizten Ofen. Die Temperatur sollte zwischen 60 und 90 °C betragen. Soll es etwas schneller gehen, kannst du die trockenen Lebensmittel bei geringer Wattzahl in die Mikrowelle geben.

Eine andere Methode ist es, die Lebensmittel für mindestens einen Tag einzufrieren.

6. Schritt: Lebensmitteldosen verwenden

Dieser Schritt ist notwendig, um Motten längerfristig fernzuhalten. Besorge dir Lebensmitteldosen, die im Idealfall gut zu verstauen sind. Es gibt viele Sets, die sich stapeln lassen. Verstaue deine Lebensmittel in luftdichten und verschließbaren Dosen, die am besten durchsichtig sein sollten. So hast du deinen Vorrat immer im Überblick.

Verwende aber keine Plastiktüten: Motten können sich durch das Plastik hindurchfressen. Am besten eignen sich Einmachgläser, die einen Gummirand haben. Larven fressen sich nicht durch Gummi hindurch.

Die Dosen oder Einmachgläser solltest du vorher gut ausspülen. Mit etwas heißem Wasser kannst du alles gut abkochen. Das tötet Keime, Bakterien usw. ab. Trockne alles gut ab, bevor du die Lebensmittel einfüllst.

Die Dosen und Gläser kannst du von außen gut beschriften: Somit hast du sie immer gleich griffbereit. Diese Aktion ist also nicht nur ideal, um Motten zu bekämpfen, sondern auch, um deinen Schrank aufzuräumen.

7. Schritt: Günstige Hausmittel zur Mottenbekämpfung

Wie du bereits oben erfahren hast, ist Essig ein gutes Hausmittel im Kampf gegen Motten und deren Larven. Der weiße Essig kostet nicht viel und ist in nahezu jedem Lebensmittelgeschäft zu finden. Auch Natron ist von nun an dein bester Freund: Du bekommst ihn in Lebensmittelgeschäften und Online-Shops in verschiedenen Größen.

Nicht immer sind Motten gleich verschwunden, obwohl es den Anschein macht. Um Motten-Larven zu verhindern, kannst du dir eine Falle bauen:

  • Gib etwas Mehl in eine kleine Schüssel,
  • füge zwei Esslöffel Natron oder Backpulver hinzu
  • und lasse alles offen stehen.

Die Motten legen ihre Larveneier darin ab. Die Larven ernähren sich von dem Mehl. Der Natron bzw. das Backpulver sorgt dafür, dass sie nicht überleben werden. Die günstige Methode kostet dich nur wenige Cents.

Nach der großen Putz- und Aufräumaktion kannst du Lavendel-Sträuße in die Schränke legen. Lavendel ist der natürliche Feind von Lebensmittel- und Kleidermotten. Ein netter Nebeneffekt ist, dass deine Küche nach dem lilafarbenen Gewächs riecht. Du kannst auch Lavendelöl verwenden, das du in eine Schale mit Wasser gibst.

Den gleichen Zweck erfüllt Nelkenöl, das du in der Apotheke erhältst. Als günstige Alternative können Lorbeerblätter herhalten, die du zwischen deinen Finger reibst und in die Schubläden legst. Mit der Zeit lässt ihr Duft allerdings nach.

8. Schritt: Schlupfwespen-Larven gegen Mottenbefall

Neben den günstigen Hausmitteln gibt es eine weitere Möglichkeit, wie du die Lebensmittelmotten loswerden kannst. Im Fachhandel erhältst du Schlupfwespen-Larven, die die natürlichen Feinde der Motten-Art sind. Sie legen ihre Eier in die Larveneier, die dadurch nicht mehr lebensfähig sind.

Diese Methode ist allerdings etwas kostspielig und muss bei Bedarf wiederholt werden.

9. Schritt: Lebensmittelmotten bekämpfen mit Pheromonfalle

Eine einfachere Methode ist es, Pheromonfallen aufzustellen. Diese bekommst du in vielen Baumärkten, Online-Shops oder im Fachhandel. Sie ziehen die Motten durch bestimmte Duftstoffe an. Hat die Falle funktioniert, entkommen die Motten der klebrigen Seite nicht mehr.

Der Nachteil an diesen Fallen ist, dass nur die Männchen angelockt werden. Das vermindert zwar die Population, ganz beseitigt ist sie jedoch noch nicht.

Ein weiterer Pluspunkt ist, dass du erkennst, wie viele Motten dir in kurzer Zeit in die Falle getappt sind. Hast du die obigen Schritte befolgt, kann dir eine solche Falle schnell Auskunft darüber geben, ob sich noch Larven in deiner Wohnung befinden. Dann solltest du die Schritte 3 bis 9 wiederholen.

10. Schritt: Das Haus langfristig mottenfrei halten

Wie du siehst, kannst du Lebensmittelmotten loswerden, ohne giftige Chemikalien einzusetzen. Damit das auch dauerhaft so bleibt, solltest du Folgendes unternehmen:

Lebensmittelmotten langfristig vorbeugen

  • Achte beim Einkauf auf Anzeichen.
  • Halte deine Lebensmittel im Überblick.
  • Verwende abschließbare Dosen und Gläser.
  • Führe mindestens zweimal im Jahr eine Reinigungsaktion wie in Schritt 4 beschrieben durch.
  • Stelle Fallen auf oder verwende Schlupfwespen-Larven.

Fazit Lebensmittelmotten bekämpfen

Da die Verpuppung der Larven bis zu vier Wochen dauert, kann es sein, dass die Motten nach kurzer Zeit wieder auftauchen. Aus diesem Grund solltest du immer die vorgeschlagenen Schritte befolgen und auf deine Lebensmittel achten.

Findest du Gespinste oder Larvenkot, solltest du die Finger davon lassen. Töte die Larven mit etwas Essig und Natron ab, bevor du alles in den Müll wirfst.

Günstige Hausmittel wie Natron, Essig, Lavendel oder Lorbeeren helfen dir, die Schädlinge zu beseitigen. Hitze und Kälte erledigen den Rest. Damit bleibt dein Heim lebensmittelmottenfrei!

Das könnte dich auch interessieren: